Liebe Kubafans!

Bild: CUC-Scheine und Münzen

20 CUC und ein bisschen Kleingeld… 😉

Wer nach Kuba fliegt, wird sich wundern, warum es in Kuba zwei Währungen gibt, den Peso Nacional und den Peso Convertible, genannt CUC. In diesem Artikel will ich beleuchten, was es damit auf sich hat:

  • warum gibt es überhaupt 2 Währungen,
  • was hat es mit der 3-Peso-Banknote mit Che-Konterfei auf sich,
  • Warum CUC und Pesos Nacionales überhaupt nichts mit D-Mark und Ostmark zu tun haben und
  • worauf müsst ihr aufpassen, so dass ihr nicht draufzahlen müsst!

>>Update: unten schreibe ich ja, dass in nächster Zeit der CUC abgelöst wird durch den Peso Nacional, das ist aber angesichts der aktuelle Versorgungskrise unwahrscheinlich, da solch eine Währungszusammenführung natürlich nicht billig ist.<<

Pesos Cubanos und CUC

Also zuerst einmal: es gibt in Kuba immer noch zwei Währungen, den Peso Cubano, in dem das Gehalt ausgezahlt wird und den konvertiblen Peso (CUC), der z.B. für Importprodukte oder die meisten privaten Restaurants benötigt wird.

Der konvertible Peso (CUC) wird gerne als Touristenwährung bezeichnet, das ist aber falsch – allerdings kommen Touristen meist nur mit dem CUC in Kontakt und nur selten mit dem Peso Nacional.

Vom Dollar zum CUC

Der CUC ist eigentlich nur der Dollarersatz, der das Land unabhängig von der Fremdwährung gemacht hat. Er ist aber nicht so etwas wie D-Mark im Gegensatz zur Ostmark!!! Alle können Pesos Cubanos in CUC tauschen, das funktioniert in jeder Wechselstube (Cadeca). In Kuba war der Dollar lange Zeit eine illegale Zweitwährung, bis er dann schließlich 1993 legalisiert wurde – und 1994 durch den CUC ersetzt wurde.

Plakat: Viele Geschäfte akzeptieren nun auch Pesos Nacionales.

Viele Geschäfte akzeptieren nun auch Pesos Nacionales.

Die „Geschäfte zum Einnehmen von Devisen“

In den Neunzigern gab es für die Dollars – die zwischendurch als legales Zahlungsmittel anerkannt waren – extra Geschäfte, die dann ein entsprechendes Angebot hatten, vielleicht den Intershops vergleichbar. Diese Läden gibt es so in etwa auch noch. Aber der Name der ursprünglichen Geschäfte hat sich erhalten und es sagt viel: TRD Caribe. Das sind die „Tiendas de Recaudación de Divisas“, also die „Geschäfte zum Einnehmen von Devisen“, deren Zweck es war und ist, die Zahlungskraft der reichen Kubaner abzuschöpfen.

Das heißt auch: die meisten Produkte sind teuer, deutlich teurer als bei uns. Ein Toaster ist für 30,- CUC zu haben, ein Standventilator für 150,- CUC, also durchaus das 2-4-fache wie bei uns. Inzwischen gibt es natürlich nicht nur die TDR Caribe, in denen man importierte Produkte kaufen kann, aber das Prinzip ist das gleiche.

Dahinter steckt natürlich ein sinnvolles System: über die hohen Preise besteuert der Staat die Leute, die sich importierte Produkte kaufen können, eine Art Luxussteuer also. Leider müssen allerdings auch die ärmeren Kubaner manchmal Dinge in den entsprechenden Läden kaufen…

Der Wechselkurs

Der Kurs zwischen CUC und Pesos Nacionales ist festgeschrieben bei 1 zu 24 (Ankauf) und 1 zu 25 (Verkauf). Auf der Straße, in kleineren Läden, in denen man normalerweise mit Pesos Nacionales zahlt, kann manchmal auch 1 zu 23 gerechnet werden. Also: wer zwischen kubanischen Pesos und CUC hin- und herrechnet, kann auch an der Kopfrechenolympiade teilnehmen 😉

Vorsicht!!!

Und für alle, die das erste Mal in Kuba sind: ein einfacher Sandwich, eine einfache Pizza in einer billigen Kaschemme, die von vielen Kubanern frequentiert wird, kostet nie 15 CUC, das sind natürlich Pesos Nacionales. Nicht lachen, es passiert regelmäßig, dass einer unserer deutschen Studis vieeeel zu viel zahlt 😉 Und richtig schwer wird’s beim Café Expresso: der ist verdammt billig – und lecker! – und kostet auf der Straße 1, 2, manchmal 5 Pesos Nacionales, also nicht 1-2 CUC, was ja für uns durchaus noch im Rahmen des normalen wäre. Im Restaurant gibt es natürlich andere Preise.

Die Che-Banknote

Da Ernesto „Che“ Guevara ja auch kurzzeitig Notenbankchef in Kuba war, ziert sein übergroßes Konterfei nicht nur das Innenministerium am Plaza de la Revolución, sondern auch, als Revolutionsheld und ehemaligen Chef, die 3-Peso-Nacionales-Banknote.

Wenn man es umrechnet, ist die 3-Peso-Note 0,15 CUC wert. Allerdings werden sie aufgrund des Che-Konterfeis auf der Straße für 1 – 3 CUC angeboten. Also: wenn ihr sie bekommt und sie einigermaßen gut aussehen: behalten und sammeln 🙂

Banknote: 3-Peso-Note mit Che-Konterfei

3-Peso-Note mit Che-Konterfei

Warum überhaupt „CUC“

CUC, von Kubanern übrigens als „C-U-C“ ausgesprochen, ist die ISO-Code-Bezeichnung uns steht für Cuban Convertible Peso, obwohl er nicht frei konvertierbar ist. Er ersetzt halt nur seit 1994 den frei konvertierbaren Dollar.

Die Pesos Nacionales werden mit CUP abgekürzt.

Tauschen in Europa

Die Ausfuhr von CUC ist nicht erlaubt, so dass es offiziell auch keine CUC in Deutschland zu kaufen gibt. Das heißt für uns: Euros mitnehmen und am Flughafen tauschen oder dort Geld mit der Kreditkarte abheben. In Havanna gibt es übrigens noch eine zweite Wechselstube im Obergeschoss, dort ist die Schlange nicht so lang.

Gleich noch ein kurzer Kommentar zu Bargeld und Kreditkarte: nehmt sowohl Euros mit als auch eine Kreditkarte (keine Dollars, auf die gibt es eine Strafsteuer). Manchmal gehen die Geldautomaten nicht, manchmal findet ihr keine offene Wechselstube – also immer beides dabeihaben. Visa geht besser, Master sollte eigentlich auch an Automaten gehen, funktioniert bisher aber nur in Banken und Wechselstuben.

Die Zukunft der zwei Währungen

Seit einiger Zeit wird darüber diskutiert – und es werden auch schon erste Schritte unternommen – um die beiden Währungen wieder zusammenzuführen bzw. den CUC abzuschaffen. Immer mehr staatliche Devisen-Geschäfte nehmen nun auch Pesos Nacionales und nicht mehr nur CUC. Im Business-Bereich ist die Umstellung auch in vollem Gange, es gibt allerdings strategische Probleme mit der Umstellung, da dreht es sich z.B. darum, was mit den Schulden der Unternehmen passiert, sollen die auch entsprechend umgerechnet werden?

Wie es nun genau kommen wird, können mir auch meine Kontaktleute aus der WiWi-Fakultät der Uni Havanna nicht genau sagen. Man hat in Kuba aber grundsätzlich so ähnliche Probleme wie mit der D-Mark und der Ostmark und dem gerechten Umrechnungskurs.

Fazit

Noch werdet ihr auf eurem Kubatrip mit zwei Währungen konfrontiert, wobei ihr meist den CUC in der Hand haltet. Aber passt auf: lasst euch nicht Pesos Nacionales anstatt von CUC andrehen – wobei das selten passiert. Eher wird beim Wechselgeld betrogen 😉 In ein paar Jahren gibt es dann nur noch die Pesos Convertibles und dann hat sich die Umrechnerei auch.

Viel Spaß in Kuba,
euer Dietmar

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