Der botanische Garten (Jardín Botánico Nacional) in Havanna liegt etwas außerhalb (Luftlinie 16 km vom Zentrum) und wird deshalb nicht so stark von Touristen frequentiert. Dabei hat er einige Superlative zu bieten und es sind nicht nur die über 200 Palmenarten. Für einen Besuch bevorzuge ich immer die kühlere Jahreszeit, denn es sind recht viele freie Flächen, die in der Mittagsglut ganz schön anstrengend sein können.

Der Landsitz des Generalgouveneurs wird zum Botanischen Garten

Kubanews: Ein riesiger Ficus findet sich auf dem Gelände.
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Dieser riesige Ficus befindet sich unweit des Eingangs.

Niemand Geringeres als die Spanischen Generalgouverneure mussten ihren Landsitz hergeben, um den Botanischen Garten Kubas zu begründen. Demzufolge konnte er wohl erst nach 1898 in seiner Funktion als Botanischer Garten angelegt worden sein, denn er existierte bereits vor der Revolution und war der Universität Havanna angegliedert. Er diente auch der Landwirtschaftsschule zu praktischen Studien. Bereits seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts gibt es eine Zusammenarbeit mit Berliner Institutionen, die die systematische Untersuchung der Flora Kubas unterstützen.

In seiner jetzigen Form wurde er im Jahre 1968 eröffnet. Ein in den 1960er Jahren geschlossener Staatsvertrag zwischen der DDR und Kuba sorgte dafür, dass der Botanische Garten kontinuierlich ausgebaut werden konnte. Gleichzeitig verpflichtete man sich, die Pflanzenwelt Kubas wissenschaftlich zu untersuchen, den Naturschutz voranzutreiben und die Nutzung der Natur nachhaltiger zu gestalten. Dieses Erbe wird zurzeit durch den Botanischen Garten Berlin betreut und weiter unterstützt.

Im Botanischen Garten in Havanna werden tropische Pflanzen der ganzen Welt präsentiert. Insbesondere kann man sich aber eine vielfältige Auswahl kubanischer Vegetationszonen ansehen und eingehend studieren. Dringend zu empfehlen sind die geführten Touren, aber bitte unbedingt Spanischkenntnisse mitbringen.

Meine fünf Highlights des Botanischen Gartens

Kubanews: Meine 5 Highlights des Botanischen Gartens
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Meine 5 Highlights des Botanischen Gartens.

Wegen seiner 600 ha Gesamtfläche kann man es leider nicht schaffen, an einem Vor- oder Nachmittag oder ganzen Tag alles zu sehen. Aber die schöne Anlage beeindruckte mich sehr. Ich genoss es, die vielen Tiere (vor allem Vögel) auf den Pflanzen zu beobachten und immer wieder nahe an die „Exponate“ ranzugehen. Um möglichst einen Eindruck von der Vielfalt kubanischer Flora zu bekommen, empfehle ich folgende fünf Punkte:

  1. Führung durch die Gewächshäuser mit Rundfahrt zu den wichtigsten Pflanzen Kubas,
  2. Die Kiefernwälder Kubas,
  3. Flora der Cayos Kubas,
  4. Die Palmen auf Kuba,
  5. Der japanische Garten.
Kubanews: Eingangsbereich des botanischen Gartens
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Eingangsbereich des botanischen Gartens

Öffnungszeiten, Eintritt und Anreise

Der Botanische Garten ist Mittwoch bis Sonntag von 9 bis 16 Uhr geöffnet.

Der Eintritt kostet 5 CUC (für Kubaner 5 MN).

Anreise: Die südliche Randlage des Botanischen Gartens macht die Anreise nicht einfach. Ich empfehle für die nicht so Wagemutigen ein Taxi für Hin- und Rückreise zu suchen (im Hotel oder der Casa fragen, die werden weiterhelfen können). Vor Ort wird man auf gut Glück kein Taxi bekommen. Es gibt für die Abenteuerlustigen die Möglichkeit mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Drei Buslinien fahren zur Expocuba, die 46 (Santiago de las Vegas – Finca El Rocio (Via Parque Lenin, ExpoCuba)), die 88 (Lawton – Finca El Rocío (Via ExpoCuba)) und die 113 (Barbosa – Las Guásimas (Via Parque Lenin, ExpoCuba)). Ich bin mit dem PC (Hospital Naval, Habana del Este – Playa) bis Parque Lenin und dann weiter per Anhalter bis zur Expocuba.

Mein Fazit

Wie mein Fazit zu dieser Perle ausfällt, kann man sich sicher denken – eine dringende Empfehlung an jeden Naturliebhaber oder an diejenigen, die der Stadt überdrüssig sind. Auch wenn die Anreise beschwerlich sein kann, so lohnt es sich doch. Ich habe kurzweilige Stunden verbracht und bei weitem nicht alles gesehen. Der nächste Besuch im botanischen Garten ist fest eingeplant – und diesmal mit Fernglas, um noch besser die Tiere beobachten zu können.

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