Kuba ist nicht nur von der Distanz her gesehen weit entfernt. Es gibt auch einige Dinge zu beachten, die anders sind, als wir es in unserer heimischen Umgebung gewohnt sind. Fettnäpfchen lauern also schon allein wegen des kulturellen Unterschieds. Ob man so höflich sein will und die von mir genannten Dinge beachten möchte, liegt nun bei jedem selbst. Man hat in vielen Fällen auch einen Touristenbonus, sodass die unangenehme Situation auch durch nettes aufeinander Zugehen wieder auflösbar ist. Ich möchte auf einige Dinge hinweisen, die mir aufgefallen sind und mir zum Teil manchmal die Füße gefallen sind – genug Zeit dafür hatte ich ja in meinen bisherigen Aufenthalten.

Alltagsfallen in Kuba

Kubanews: Schlange stehen in Kuba
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Das Schlangestehen folgt seinen eigenen kubanischen Regeln. Beim Anstellen immer fragen, wer der Letzte ist: „El último?“

Alltag in Kuba besteht nicht nur aus Zigarren, Rum und Salsa. Es gibt einige Dinge, die das Leben in Kuba nicht einfach machen und wir Touristen können dazu beitragen, dass wir es den Einheimischen nicht noch schwerer machen.

  • Schlange stehen ist regelbasiert und ein Vordrängeln gilt als grober Verstoß.
  • In Bussen sollte man folgenden Personen immer einen Platz anbieten: Frauen, Kinder, Senioren, Verletzte.
  • Es wird nachkommenden Personen die Tür aufgehalten.
  • Man sollte immer geduscht unter Menschen gehen und gut riechen.
  • Die Nase in der Öffentlichkeit nicht durch lautes Schnauben putzen.
  • Als Gast ist man gefordert, immer Nachschlag zu nehmen.
  • Nicht einfach für eine simple Auskunft Geld geben.

Auf der Straße

Wenn man unterwegs ist, stößt man unweigerlich auf Menschen. Mir sind einige Verhaltensweisen von Touristen aufgefallen, wo ich mich fremdgeschämt habe. Es ist mir selbstverständlich klar, dass ich auf einem belebten Platz nicht jeden um Erlaubnis fragen kann, ihn zu fotografieren, aber sich aggressiv, um die „besten“ Motive zu bemühen, fand ich eher unangenehm. Aber auch andere Verhaltensweisen sind mir aufgefallen:

  • Fremde Personen sollten nicht geduzt werden. Das gilt insbesondere für Senioren.
  • In Häuser oder Höfe nicht einfach so zum Fotografieren reingehen.
  • In öffentlichen Gebäuden, vor Kindern und Schwangeren keine Zigarre anzünden oder rauchen.
  • Die Menschen nicht einfach so fotografieren. Erst fragen, ob derjenige einverstanden ist und dann loslegen.
  • Im Bus immer bezahlen – Schwarzfahren ist unerwünscht.
  • Müll vom Strand oder Malecón immer mitnehmen und in Mülleimern entsorgen.
  • Straßenverkäufern höflich aber bestimmt Nein sagen, wenn man nichts kaufen will.
  • Nicht mit Unbekannten mitgehen, die vorgeben Lehrer oder ähnliches zu sein, um dir eine besondere Sehenswürdigkeit oder Bar zu zeigen.

Im Restaurant oder ähnlichem

Kubanews: Ein Restaurant am Plaza Vieja
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Auch wenn es manchmal schwer fällt, aber die Kellnerinnen und Kellner verdienen ein Trinkgeld.

Ein Restaurant wird der geneigte Tourist des öfteren aufsuchen. Hier gelten eigentlich die gleichen Regeln, wie in jedem Restaurant weltweit. Trotzdem kann man in einigen Dingen daneben liegen:

  • Wenn man guten Service erhalten hat, Trinkgeld geben. Auch wenn auf der Rechnung steht, dass der Service inklusive ist, 1 oder 2 CUC für die Bedienung geben.
  • Zahnstocher nicht vor anderen Leuten benutzen.
  • Die Geräusche beim Trinken mit dem Strohhalm sind grob anstößig.
  • Nicht mit einem 50er oder 100er kleine Beträge zahlen wollen.
  • Wenn man jemanden einlädt, sollte man für mehr als nur ein Getränk planen.
  • Bei der Begrüßung geben sich Männer die Hand und Frauen gibt man vorsichtig angedeutet ein Küsschen an die Wange, aber nicht bei der ersten Begegnung.

Die großen Dinge des Lebens

Das Gespräch
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„Das Gespräch“ Plastik in Habana Vieja

Über das Leben kann man nächtelang diskutieren und man findet auch in Kuba genügend Menschen, die gern über Gott und die Welt mit einem reden. Es muss sich aber immer erst ein gewisse Vertrautheit bilden, um wirklich in die Tiefe gehen zu dürfen. Deshalb kann es schon ein Weile dauern, bis man sich die Berechtigung für Kritik erarbeitet hat.

Also gilt grundsätzlich, dass man es tunlichst vermeiden sollte, die kubanische Regierung und ihre Politik zu kritisieren. Neben dem oftmals peinlichen Schweigen, was dann folgt, hat man meist auch gar nicht den Überblick, um sich eine fundierte Kritik leisten zu können. Dazu kommt, dass vielleicht im Eifer der Diskussion eine unreflektierte Kritik losgelassen wird, was einen von sehr vielen Menschen dann auch übel genommen wird. Kuba hat und hatte es nicht leicht und viele Menschen tun täglich ihr bestes, um sich ein gutes Leben zu erarbeiten – deshalb sehr sehr behutsam mit Kritik umgehen oder es einfach lassen.

Nun wünsche ich allen ein Fettnäpfchen-freien Aufenthalt in Kuba. Für die Kubaneulinge, habe ich kürzlich einen Beitrag verfasst.

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