Der Daiquirí gehört zu Kuba wie sonst nur noch der Mojito oder Cuba Libre. Seine Geschichte ist eng verbunden mit El Floridita, die sich selbst als die Wiege des Daiquirí nennt. Und nicht zuletzt ist der Cocktail mit Ernest Hemingway verbunden, der seinen eigene Variation kreierte. Aber von Anfang an.

Entstehungsgeschichten des Daiquirí

Kubanews: Die Bar Floridita, Außenansicht, Wiege des Daiquirí

El Floridita bezeichnet sich als die Wiege des Daiquirí – hier lässt er sich, wegen der Menschenmassen, nur in Randzeiten genießen.

In die Bar der El Floridita wurde La Cuna del Daiquirí (Wiege des Daiquirí) in die Holztäfelung geschnitzt. Man muss leider zugestehen, dass die Zeugung wohl woanders stattgefunden hat. Die Zutaten des Cocktails sind in Kuba nicht selten. Für Zucker ist Kuba schlechthin bekannt – einst als Zuckerinsel bezeichnet. Limetten wachsen dort wie in Brandenburg die Äpfel, also auch kein sonderlich seltener Bestandteil. Kuba ist für seinen Rum weltberühmt. Das es also Menschen gegeben haben muss, die diese drei Dinge miteinander gemixt haben, um den Geschmack des harten Alkohols etwas zu überblenden, ist für mich so klar wie sonst nix.

Trotzdem habe ich konkurrierende Geschichten gefunden, die die Entstehung des Drinks auf das ausgehende 19. Jahrhundert legen: Jennings Cox und William Shafter und das Dorf Daiquirí.

Der Ort Daiquirí

Hier soll es sich im ausgehenden 19. Jahrhundert zugetragen haben: die Zeugung des Daiquirí.

Geschichte von Jennings Cox

Jennings Cox war Bergbauingenieur und arbeitete für die Spanish-American Iron Company in der Nähe des Dorfes Daiquirí nur wenige Kilometer östlich von Santiago de Cuba. Er hatte eines Abends um das Jahr 1896 ein Problem mit dem Nachschub an Gin, den er für die Bewirtung seiner Gäste nutzte. Als Ersatz nahm er Rum. Den fuseligen Geschmack unterdrückte er mit Limettensaft und Zucker.

Bis etwa 1909 soll der Drink nur lokal getrunken worden sein. Das änderte sich als Admiral Lucius W. Johnson, ein medizinischer Offizier der US Navy, Cox’s Getränk probierte. Daraufhin führte Johnson ihn anschließend in den Army and Navy Club in Washington DC ein. Er hatte vor allem den Hintergedanken mittels der Zitrusfrüchte Skorbut in Schach zu halten. Die Soldaten scherte es wohl weniger, sie nahmen den Cocktail begeistert auf und trugen zu seiner Verbreitung wesentlich bei.

Alternative Entstehung durch William Shafter

Landung US-amerikanischer Truppen am Strand von Daiquirí im Jahre 1898.

Landung US-amerikanischer Truppen am Strand von Daiquirí im Jahre 1898. (Bild: James Burton, 1898, Wikipedia Public Domain)

In Peter Mourizzis Buch Havana before Castro erwähnte er neben Cox auch den Soldaten Shafter. Der US-amerikanische General William Shafter war für die Invasion der amerikanischen Truppen in Kuba 1898 verantwortlich. Ein großer Teil der Soldaten landete am Strand Daiquirí, wo auch der erste Stützpunkt bis zur Einnahme von Santiago de Cuba errichtet wurde. Und so kam es, dass ein lokaler Drink, der aus Rum, Limettensaft und Zucker bestand von ihm um Eis erweitert wurde. Er gab ihm dann auch den Namen des Ortes seiner Erschaffung. Die Soldaten begrüßten den Drink freudig und er war somit in der Truppe bekannt, die ihn in die Welt hinaustrug.

Basisrezept von den Freiheitskämpfern

In diesen Darstellungen des Entstehungsmythos um den Daiquirí fehlt der kubanische Hintergrund, sodass sich wohl jeder Kubaner zu recht dagegen wehren wird. Deshalb werfe ich noch einen Blick in die kubanische Wikipedia (EcuRed) zu diesem Cocktail. Im Wesentlichen werden beide Geschichten dort wiedergegeben, aber auch ein Verweis auf die kubanischen Freiheitskämpfer gemacht. Sie liebten den Cocktail La Canchánchara, der aus zwei Dritteln Rum und einem Drittel Limettensaft mit Honig bestand. Da die kubanischen Freiheitskämpfer und die USA Alliierte im Kampf gegen Spanien waren, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Soldaten der USA mit dem Gundrezept des La Canchánchara experimentierten.

Feinschliff in der El Floridita

Wer auch immer verantwortlich für die Schaffung des Drinks ist, kann letztlich zweifelsfrei nicht festgestellt werden. Mir gefallen alle Geschichten. Der Feinschliff über die Zutaten ist letztendlich Constantino Ribalaigua y Vert zugeschrieben, der wohl für die Prohibitionsflüchtlinge aus den USA einen fruchtigen Cocktail gegen die Hitze im Angebot haben wollte.

Das Daiquirí-Rezept

Stilecht geht das Rezept mit Havana Club. Ich habe aber auch Rezepte mit anderen karibischen Rumsorten gefunden.

Die Zutaten

6 cl kubanischer weißer Rum
3 cl frisch gepresster Limettensaft
2 cl Zuckersirup
6-8 Eiswürfel

Alles mit Eiswürfel in einen Shaker geben und kräftig 10 – 15 Sekunden schütteln. Über ein Sieb in die Cocktailschale abseihen – fertig. Und nun das Ganze in der simplen Variante für den Hausgebrauch:

Varianten des Cocktails

Das Schöne am Daiquirí ist seine Einfachheit. Das fordert ja geradezu Varianten heraus, denn jeder Barkeeper will auch seine Kreativität ausleben. Ich habe ein paar herausgesucht und ich weiß, dass es viel mehr gibt.

Floridita-Variante: Der Frozen Daiquirí

Zum klassischen Drink gesellt sich noch eine weitere Zutat: Maraschinolikör.

Hemingway Special oder Papa Doubles

Dieser Cocktail wurde eigens vom El-Floridita-Chef für Hemingway entwickelt.

Frucht-Daiquirí: Banane

Im Prinzip lässt sich der Frucht-Daiquirí mit allen süßen Früchten machen. Sehr bekannt ist die Erdbeer-Version, aber hier die Zubereitung mit Bananen.

Und nun genießt einen schönen Daiquirí und denkt an Kuba.

Lizenznachweis für das Beitragsbild im Kopf dieses Artikels: CC BY-SA 3.0

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