Die Frage, wie viel Geld ich nach Kuba für den Urlaub mitnehmen soll, umtreibt sicher den einen oder anderen Reisenden. Bei der Planung des Budgets für den Urlaub gibt es viele Unbekannte. Gerade wenn es weiter weg geht – und Kuba zählt sicher dazu – will man die Überraschungen im Geldbeutel einigermaßen unter Kontrolle haben. Es gibt zwar keine Möglichkeit alles abzusichern, aber wenn man weiß, welche Art von Urlaub einem vorschwebt, kann sich Vieles bereits zu Hause bestimmen lassen. Ich werde euch einige Unterstützung geben, was man bei unterschiedlichen Reisetypen beachten sollte oder eben nicht.

Welche Art Reise schwebt dir vor?

Um eine vernünftige Basis für die Kosten zu haben, werde ich drei Urlauber betrachten:

  1. den Pauschaltouristen im Strandhotel,
  2. den Rundreisenden und
  3. den Sparfuchs mit hohem individuellen Anteilen.

Selbstverständlich gibt es noch weitere Reisetypen, aber ich meine, dass sich mit dieser Einteilung, der überwiegende Teil der Touristen abdecken lässt.

Grundsätzlich werde ich nur auf die Kosten vor Ort eingehen und die Anreisekosten mal außen vor lassen. Dadurch lassen sich die Kosten auf drei bis vier Kategorien verteilen:

  • Kosten der Unterkunft
  • Kosten für Transport
  • Kosten für Verpflegung
  • Kosten für touristische Tätigkeiten (bspw. Museumsbesuche oder Souvenirs)

Der Pauschaltourist

Kubanews: Strand mit Sonnenschirmen
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Strand vorm Hotel (von Petra Ehrmann)

Mein Pauschaltourist hat sich ein Zwei-Wochen-Aufenthalt in Varadero gebucht, wo er ein 3,5-Sterne Hotel mit All-Inclusive-Versorgung genießt. Er muss sich also keine Gedanken machen, wo er sein Essen besorgen muss oder welche Restaurants gut sind. Selbst der Gang zur Bar ist bereits im Preis enthalten und er braucht eigentlich am wenigsten Geld, wenn er Varadero nicht großartig verlässt.

Die Kosten, die auf ihn zukommen können, sind Extraservices des Hotels (Schnorcheln, Tauchen, Bootsausflug usw.), Ausflugspakete des Hotels nach z.B. Havanna, Santa Clara oder Trinidad, Aktivitäten außerhalb der Hotel-Anlage und Souvenirs. Die extraservices sind nach Aufwand zu bezahlen. Da kann es bei der Schorchelausrüstung, meist mit wenigen Euro pro Tag hinkommen und für die größeren Dinge werden durchaus mit Europa vergleichbare Preise aufgerufen. Ausflüge kosten meist ab 60 bis 120 Euro. Sollten alle drei genannten Städte besucht werden, so werden das zusammen ca. 300 Euro werden. Bei den Aktivitäten außerhalb des Hotels muss jeder selbst wissen, was er ausgeben möchte. Restaurantbesuche kosten pro Person für ein Mittagessen zwischen 15 und 30 Euro und Cocktails kosten meist um die 4 Euro. Wer Souvenirs mitnimmt, kann je nach Lust und Laune Geld berappen – kleinere Mitbringsel sind ab 1 Euro zu haben und nach oben ist viel Platz.

Wenn der Pauschaltourist will, muss er gar keinen Cent in Kuba lassen. Er braucht nur vom Hotelzimmer zum Restaurant, zum Strand und vielleicht an die Bar pendeln und gut is. Wer es mag, kann so seine zwei Wochen verbringen. Andernfalls sollte man sich bei Buchung vorab informieren, was die zusätzlichen Aktivitäten kosten.

Der Rundreisende

Viñales Panorama (Kuba)
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Diesen schönen Blick kann man auf das Viñales-Tal genießen.

Der typische Rundreisende kann in drei mögliche Untertypen eingeteilt werden: Rundreise als All-Inclusive-Reise in Deutschland gebucht, der Mietwagentyp und der Viazulreisende (staatliches kubanisches Busunternehmen). Beim All-Inclusive-Rundreiser gilt eigentlich dasselbe, wie beim Pauschaltouristen in der Hotelanlage. Er ist rundum versorgt und braucht sich eventuell nur noch um Kleinigkeiten und um Souvenirs kümmern.

Die beiden anderen sind recht ähnlich von der Kostenstruktur, da der Mietwagen-Tourist Benzin kaufen muss und der Viazul-Reisende sich um die Bustickets kümmern muss, nehme ich bei Transport mal ganz einfach ähnliche Kosten an, um dasselbe zu sehen.

Die Kosten müssen hier natürlich nach oben genannten Kategorien kalkuliert werden:

  • Übernachtung: 14 Tage in einer Casa Particular bei durchschnittlich 30 Euro pro Nacht für zwei Personen macht 420 Euro für die Unterkunft.
  • Essen: Frühstück gibt’s in der Unterkunft, der Rest ist Selbstversorgung im Restaurant oder Imbiss. Bei einem Hauptessen und zwei kleineren Essen am Imbiss-Stand würde ich von maximal 25 Euro pro Person ausgehen. Das sind also 350 Euro für die zwei Wochen.
  • Transport: Typisch ist eine Rundreise in etwa Havanna-Viñales-Santa-Clara-Trinidad-Varadero-Havanna. Mit 100 Euro sollte man auskommen, um die Tickets pro Person bezahlen zu können.
  • Touristische Aktivitäten: Hier sollte man pro Tag und Person nochmal mindesten 10 bis 20 Euro einplanen, denn es gibt überall was zu sehen und Eintritt kostet in Museen meist 5 CUC (etwa 4 Euro). Für Souvenirs gilt eben Gesagtes auch hier.

In Summe macht das also pro Person 800 bis 900 Euro aus.

Der individualreisende Sparfuchs

neue Nummernschilder
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Mit einem Sammeltaxis durch’s Land zu reisen geht auch. Voraussetzung sind gute bis sehr gute Spanischkenntnisse.

Es lassen sich bestimmte Kosten leider nicht reduzieren. So wird der Durchschnittspreis der Casa Particular genauso hoch sein, wie bei den Rundreisenden. Es könnte eingewendet werden, dass nur die preisgünstigste Casa gebucht wird. Dann kann wahrscheinlich nochmal 5 bis 10 Euro pro Nacht gespart werden – hängt stark vom Verhandlungsgeschick ab.

Ein teuerer Posten ist die Versorgung in Restaurants. Hier wird der Sparfuchs auf die Peso-Imbisse zurückgreifen, die Essen für knapp 1 Euro anbieten. Außerdem bieten sich Agrarmärkte an, sodass ich mein Essen in der Casa Particular selbst zubereiten kann. Somit lassen sich locker 50% sparen. Der Transport kann via Überlandtaxi preiswerter als der Viazulbus gelöst werden. Außerdem gibt es auf dem Land noch Busse, die für wenige Peso Nacional zwischen den kleineren Städten verkehren. Die Rundreise könnte wahrscheinlich so auch zur Hälfte des Preises realisiert werden. Was man dazu braucht ist Geduld.

Schlussendlich ist es möglich, für den Sparfuchs für 500 Euro die zwei Wochen auf seiner Rundreise durch’s Land zu kommen. Es ist sicher einiges unsicherer mit den Ankunftszeiten, aber ich selbst habe das schon probiert und man kommt tatsächlich preiswert über’s Land. Wer Kuba nicht das erste Mal bereist und sich schon auskennt, dem kann ich das durchaus empfehlen.

Tipps damit das Geld nicht ausgeht

Kubanews: Geldbuendel CUC in Trinidad
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Damit man immer flüssig ist, ein Hinweis auf meine Empfehlungen für den Kubatrip zum Thema Geld.

Nun wisst ihr, wie viel Geld in etwa für den jeweiligen Reisetypus einzuplanen ist. In den touristischen Regionen gibt es eine gute Ausstattung mit Geld-Automaten, aber nicht immer funktionieren die auch. Deshalb rate ich dazu, dass immer etwas mehr Bargeld in der Tasche ist, als man für einen Ort einplant.

Zusätzlich habe ich immer meine Reisekasse in Euro-Bargeld dabei. So kann ich im Land an jede Wechselstube gehen. Bei diesem Vorgehen besteht das Risiko des Bestohlenwerdens. Ist mir noch nie passiert, kann aber vorkommen. Dagegen ist mir meine Kreditkarte am Automaten bereits verlustig gegangen – keine schöne Erinnerung (Tipps beim Verlust gibt’s in einem Beitrag). Dagegen hilft nur eine Ersatzkarte, was ich auch empfehlen kann.

Zu beachten ist auch das Doppelwährungssystem in Kuba. Insbesondere für die Sparfüchse ist der Einkauf in Peso Nacional vorzuziehen, denn die Preise sind deutlich günstiger als in CUC (Zum Währungssystem auf Kuba).

Fazit

Ob man als Pauschaltourist keine zusätzlichen Ausgaben macht oder über 800 Euro zusätzliche Kosten vor Ort hat, hängt stark von der Art des Urlaubs ab, der dem Touristen vorschwebt. Ich habe selbst schon fast alles ausprobiert: Sparfuchs mit einem täglichen Verbrauch von unter 30 CUC (etwa 26 Euro) inklusive Reise nach Viñales bis hin zu einer Viazulreise in verschiedene Städte und jeweils eine Casa Particular mit einem guten Standard. Kuba lässt sich sich in verschiedene Richtungen genießen – was jeder macht, muss er selbst entscheiden.

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