Dass die Beziehung zwischen dem neu gewählten Präsidenten Brasiliens, Bolsonaro, und Kuba nicht einfach werden wird, war leicht zu erraten. Aber dass sie gleich so dermaßen eskaliert, verwundert mich doch. Für Kuba ist Brasilien ein wichtiger Partner im Rahmen der Entsendung von Ärzten. Im Gegenzug hat Brasilien wesentlichen Anteil an der Errichtung des Hafens Mariel.

Nun droht der Präsident Brasiliens mit dem Abbruch diplomatischer Beziehungen, da aus seiner Sicht in Kuba die Menschenrechte nicht eingehalten werden und es sich für Brasilien ökonomisch nicht rechnet mit dem Karibikstaat Handel zu betreiben. Außerdem beschwerte sich Bolsonaro darüber, dass Kuba einen Teil des Lohnes der Ärzte einbehält. Um die Wogen zu glätten, hat Kuba seinerseits versprochen, so schnell wie möglich die Schulden an Brasilien zu begleichen. Es stehen noch 110 Millionen Dollar aus. Im Rahmen der gerade zu Ende gegangenen 36. Internationalen Messe Havanna wurden auch US-amerikanische Unternehmen zu Investitionen auf Kuba eingeladen, um so den Druck auf Kuba zu senken.

Mehrere Gründe für das nicht fristgerechte Begleichen der Schulden wurden von kubanischer Seite benannten. An erster Stelle steht das Embargo der USA. Dann sind die Folgen des Klimawandels in Kuba deutlich zu spüren, da in den letzten Jahren Hurrikane häufiger wurden und ebenfalls Dürreperioden länger ausfielen. Nun laufen die Verhandlungen um einen Aufschub der Zahlungen für 2018 und 19. Die brasilianischen Behörden halten sich mit einer Auskunft über Ergebnisse bedeckt.

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