Wir befinden uns mitten in der Hurrikan-Saison und vor einem Jahr traf der Hurrikan Irma Kubas Nordküste mit einer Wucht, die seinesgleichen suchte. Derzeit sind die Nachrichten voll von Berichten über Hurrikan Florence, der die USA treffen wird. Ich habe mir angesehen, wie die Gefahren für Touristen sind, einem Hurrikan in Kuba beizuwohnen. Es ist gar nicht so wahrscheinlich, dass der Tourist einem Hurrikan erlebt.

Selbstschutz gibt es in Kuba nicht

In Kuba existiert ein staatlich gelenktes System zum Schutz der Bevölkerung vor einem Hurrikan. Das heißt dann aber auch, dass sehr vehement die Schutzmaßnahmen umgesetzt werden und nicht irgendjemand sagen kann, ich will das nicht.

Außerdem laufen im Fernsehen in Dauerschleife die Informationen rund um den Hurrikan. Es wird halbstündlich über den Stand der Entwicklungen des Wetters berichtet. Unterhaltung findet dann eigentlich nicht mehr statt.

Für Touristen heißt es, sich den Anordnungen der staatlichen Organe zu fügen. Pauschaltouristen verbleiben in der Regel im Hotel und werden bei Laune gehalten. Sogar im letzten Jahr blieben Touristen auf Cayo Coco und überstanden den Sturm unbeschadet in einem stabilen Hotel. Individualtouristen sollten sich an die Anweisungen ihrer Hosts in den Casa Particulares halten, damit sie keine unnötigen Risiken eingehen.

Wann ist Hurrikansaison?

Der offizielle Beginn der Hurrikansaison ist der 1. Juni und sie endet am 30. November eines jeden Jahres. Es gibt keine klare Regel dafür, wie viele Hurrikans über Kuba hinwegfegen, aber es gibt Durchschnittswerte.

Hurrikan Irma brachte 2017 einiges durcheinander

Kubanews: Hurrikan-Saison 2017
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Über dem Nordatlantik und der Karibik war ordentlich was los in der Hurrikan-Saison 2017 (Quelle: National Hurricane Center).

Mit zwei Hurrikanen in der letzten Saison lag Kuba über dem Schnitt der letzten 22 Jahre (1,2 pro Jahr) und es gab den großen Hurrikan namens Irma. Eine Besonderheit hatte Irma: Es war der erste Kategorie 5 Hurrikan seit 1924, der kubanisches Land erreichte. Da er nördlich an Kuba über die Cayos zog, verlor er jedoch sehr viel Kraft. Beim Verlassen Kubas war er nur noch ein Kategorie 2 Hurrikan.

Bei Cayo Romano, wo Irma das kubanische Land erreichte, hatte der Sturm eine Intensität von ca. 270 km/h. Ebenfalls enorm waren die Regenmassen, die auf Kuba niedergingen. Zwischen 250 und 600 mm Wassersäule gingen auf der Insel nieder. Das meteorologische Institut Kubas maß in Sancti Spiritus mit 483 mm den zweithöchsten Wert für Kuba.

Verbunden mit einem Kategorie-5-Hurrikan sind enorme Schäden. Da, wie oben erwähnt, das Vorsorgesystem gut funktioniert, waren nur 9 Menschen zu Tode gekommen. Die Touristenareale auf dem Cayo Coco, Cayo Guillermo und Cayo Santa Maria wurden stark in Mittleidenschaft gezogen. Aber auch die Provinzen Ciego de Ávila und Villa Clara hatten etliche Schäden zu beklagen. Mehr als 150.000 Häuser wurden beschädigt, fast 15.000 davon wurden von Irma in Kuba vollständig zerstört. Irma hatte auch große Auswirkungen auf die Geflügelfarmen des Landes, von denen 466 zerstört wurden. Auf der ganzen Insel werden die nicht versicherten Schäden durch Irma auf fast 200 Millionen US-$ geschätzt, was der höchste Wert Kubas in den letzten 55 Jahren ist.

Ein Hurrikan ist also nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Wer nur deswegen Kuba bereisen will, sollte wissen, was er tut, denn es kann tödlich enden.

Informationen zu aktuellen Hurrikanen

Kubanews: Aktuelle Lage im Nordatlantik vom National Hurrican Center (13.09.18)
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Aktuelle Lage im Nordatlantik vom National Hurrican Center (13.09.18)

Um mich verlässlich über den aktuellen Status zu informieren, benutze ich die Webseite des National Hurricane Center. Hier bekommt man genaue Informationen zu allen Parametern rund um Hurrikane, die gerade wüten oder aus der Vergangenheit. Am besten finde ich die sehr verlässlichen Prognosen zu den Laufwegen der Hurrikane, um zu sehen, ob man selbst als Urlauber in Kuba betroffen sein kann.

Auf der Startseite werden einem die derzeit aktiven Wirbelstürme angezeigt. Mit einem Klick auf den jeweiligen Sturm öffnet sich eine Seite mit Prognosen und Daten rund um den Sturm. Wie ich finde, ein unverzichtbares Mittel, um sich umfassend über die Bedrohungslage am Urlaubsort zu informieren.

Wie auch gut zu erkennen ist, macht sich in der Karibik gerade ein Hurrikan namens Isaac bereit. Sein Weg verläuft für die kommenden Tage jedoch südlich von Kuba. Ob er über Kuba hinwegzieht, kann man aus den Daten noch nicht sagen, aber derzeit sieht es nicht so aus.

Hurrikan ernst nehmen

Auch wenn in den letzten 22 Jahren lediglich 26 Hurrikane Kuba trafen, gab es insgesamt nur 5 Jahre ohne einen Sturm: 1997, 2009, 2013, 2014, 2015. In den Monaten August bis Oktober ist es am wahrscheinlichsten, dass Kuba getroffen wird. 21 der 26 fegten in dieser Zeit über die Insel.

Wer nicht will, dass ihm das passiert, sollte seine Urlaubsplanung entsprechend anpassen und vielleicht doch eher außerhalb der Saison einen Aufenthalt planen. Ich persönlich finde die Zeit rund um den Jahreswechsel am schönsten.

Und nun wünsche ich noch eine hurrikanfreie Saison 2019!

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