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Kubanews

Kuba in allen seinen Facetten

Klassische kubanische Cocktails: der Mojito

Der Mojito – Kubas Cocktail Nummer 1

Der Mojito ist der bekannteste der kubanischen Cocktail. Neben dem klassischen kubanischen Longdring, dem Cuba Libre, ist der Mojito das Getränk, was die meisten Touristen erwarten – und trinken. Dies nehme ich nun zum Anlass, um euch etwas über den Mojito zu erzählen, vor allem natürlich über die Zubereitung, so dass ihr auch im kalten Deutschland in kubanischen Erinnerungen schwelgen könnt, einen Mojito in der Hand, die Urlaubsfotos vor euch und Buena Vista im Ohr.
Im Zweiten Teil des Artikels habe ich noch einige Gedanken und Geschichten rund um den Mojito zusammen

Rezept

Wer den Mojito nicht nach Gefühl zubereiten will, fürden habe ich das folgene Rezept ausgegraben:

Zutaten

  • 50 ml 3-jähriger Rum
  • 90 ml Mineralwasser
  • 3 TL weißer Rohrzucker bzw. 20 ml Zuckersirup
  • 1/2 Limette bzw. 25 ml Limettensaft
  • 2 Zweige frische Minze, das sind in etwa 6-8 Blätter Minze
  • grob zerstoßenes Eis
  • 3 Spritzer Angostura
  • Minzezweig als Deko

Beschreibung der Zutaten

  • Der Rum: Typischerweise wird 3-jähriger, also fast weißer Rum verwendet. Der Geschichte nach wurde aber von Sir Francis Drake weißer Rum (Aguardiente) verwendet. Dies ist uns jedoch zu hart, deshalb bleiben wir beim Dreijährigen.
  • Mineralwasser: eigentlich sollte Sodawasser verwendet werden, d.h. ein Mineralwasser mit hohem Natriumgehalt. Nur die Kohlensäure macht nämlich das Mineralwasser nicht zum Sodawasser. In Deutschland erhältliche Marken sind z.B. Fachingen, Karlsbad, Marienbad, Niederselters und Vichy.
  • Weißer Rohrzucker: in Kuba wird landläufig stark raffinierter Rohrzucker verwendet, der einen geringeren Eigengeschmack hat als der braune Rohrzucker. Im Zweifel eher zum weißen Rübenzucker greifen als zum braunen Rohrzucker, das kommt eher ans Original heran.
  • Limette: Die Limette ist nicht mit der Limone zu verwechseln, diese ist eher eine Zitrone. Aber konkret könnt ihr im Supermarkt die entsprechenden tischtennisbalgroßen, grünen Früchte kaufen, wie auch immer sie ausgezeichnet sind.

In Bars wird aufgrund der schnelleren Zubereitung vorgepresster Saft meist aus einer Plastikflasche verwendet. Schadet dem Drink nicht, nur oft nehmen die Mixer dann einen zu großen Schuss und der Mojito kann zu sauer werden.

  • Yerba oder Hierba Buena: auf Kuba kommt die Hierba Buena vor, die Menta Nemorosa oder Hemingway-Minze, eine spezielle Minze, die sich von unserer relativ stark unterscheidet – sie schmeckt nicht so nach Kaugummi wie die Spearmint oder andere Minzen und hat ein leichteres, fruchtigeres Aroma. Hier ist Hierba Buena natürlich nicht leicht zu bekommen, sie wächst aber z.B. auch in Spanien. Wenn ihr auf den originalen Minzgeschmack nicht verzichten wollt, müsst ihr nicht gleich Pflanzen oder Samen aus Kuba importieren (ist übrigens illegal), sondern könnt sie auch in Gartencentern kaufen. Bei einer kurzen Suche habe ich z.B. das Dehner Gartencenter gefunden, das die entsprechenden Minzepflanzen direkt als „Mojito-Minze“ versendet. Kurze Bemerkung am Rande: das Dehner-Gartencenter schreibt über die Auspflanzung: „Dabei müssen Sie jedoch beachten, dass sie sich unter Umständen stark ausbreitet.“ Dann heißt es: da müsst ihr so lange Mojitos trinken, bis die Pflanze wieder reduziert und der Garten frei ist 😉
  • Das Eis: Das Eis sollte grob zerstoßen sein, da es sich dann gerade genug mit dem Drink vermischt. Eiswürfel also im Crusher zerkleinern. Wer keinen Crusher hat, benutzt ein Handtuch und haut mit der runden Seite eines Esslöffels auf das eingepackte Eis. Wirkt Wunder (Dank an meinen kubanischen Schwiegervater, der kennt solche Tricks – ist ja auch ein Inschenör!). Auf keinen Fall Eisschnee verwenden, das schmilzt euch im Nu weg und verwässert den Drink!
  • Angostura: Angosturabitter ist eine Kräuter-Alkohol-Mischung, die verwendet wird, um die Süße des Mojito zu kontern. Verleiht dem Drink eine leicht rötlich-braune Farbe.
  • Deko: 1 großer Minzezweig eignet sich hervorragend als Deko eures Mojitos. Kann man auch essen, schmeckt schön nach Minze 😉

Zubereitung

Minzeblätter, Limettensaft und den weißen Zucker in ein großes Cocktailglas geben. Dann kräftig umrühren – der Zucker reibt dabei an den Minzeblättern, so dass sie ihr Aroma freisetzen. Etwas ziehen lassen. Wahlweise und vor allem, wenn ihr gleich servieren wollt, könnt ihr die Blätter auch noch mit einem Muddle Stick leicht gegen den Glasrand drücken. Aber auf keinen Fall die Blätter zerstoßen, das bringt die Bitterstoffe in den Blättern heraus!!! Genau so ist es mit der Limette: wir nehmen nur den Saft und nicht die ganze Frucht! Es hält sich ja landauf-landab die Sitte, braunen Zucker mit Limettenstücken und Minze ins Glas zu füllen und dann zu zerstampfen. Aber das wird hier halt kein Minzsalat und auch kein Caipi, sondern ein Mojito, kubanisch nicht brasilianisch!!!

Nun füllen wir das Glas mit dem crushed Ice auf, bis das Glas voll ist. Darauf gießen wir unseren Rum, je nach Geschmack… 😉 Anrühren, damit sich der Zucker und die Minze auch verteilt – am besten die Hand um die Glasöffnung schließen, damit die Eiswürfel nicht herausfallen. Schnell noch ein paar Spritzer Angostura hinein, die wir nicht verrühren, die Minzzweige als Deko in den Drink und fertig. Wer will, kann den Minzezweig vor dem Einpflanzen kurz Anklatschen, dann verbreitet er ein angenehmes Minzearoma.

Varianten

Wer mal andere Mojitos ausprobieren möchte, dem sei die Havana Club-Webseite empfohlen, dort bekommt ihr die Rezepte für einen Himbeer-Mojito 🙂

Rund um Kuba und den Mojito

Hemingway

Ernest Hemingway ist der wohl berühmteste Mojitotrinker. „Meinen Mojito in der Bodegita del Medio, meinen Daiquiri im Floridita“ heißt es, von Hemingway selbst verfasst, auf einer eingerahmten Serviette in der Bodegita. In der Bodegita del Medio war er Stammgast, trank den süßen Mojito und im Floridita seinen typischen ungezuckerten Daiquiri.
Heutzutage beruht der Ruhm der beiden Bars natürlich auf Hemingway und sie sind magische Anziehungspunkte für Touristen. Das müsst solltet ihr berücksichtigen, wenn ihr in die Bodegita geht – Qualität könnt ihr da nicht erwarten, und günstige Preise auch nicht. Kommen wir zu den Preisen:

Was darf ein Mojito in Kuba kosten

Die Preise für den Mojito in Kuba sind gerade in touristischen Regionen wie der Altstadt nicht unbedingt günstig. Da kann der Mojito schon 4 bis 6 CUC kosten, ohne dass er sich durch eine besondere Qualität auszeichnet. Aber wenn ihr sucht, bekommt ihr denselben Mojito in derselben Qualität dann meist auch eine Ecke weiter für 2 bis 3 CUC. Nur noch selten bekommt man einen Mojito für einen Euro, das sind dann entweder studentische Drinks ohne Anspruch (Casa de los Baleares) oder es gibt sie zum Essen dazu wie im La Catedral. Das ist dann aber wirklich die Ausnahme.

Die Qualität von Mojitos in Kuba

Insgesamt sei zur Qualität der Mojito in Kuba angemerkt: nicht nur die Küche hat im Sozialismus gelitten, sondern auch die Qualität der Cocktails. Also wenn ihr eine Empfehlung habt für einen wirklich guten Mojito, bei der sich der Barmann Zeit nimmt und wirklich etwas über Cocktails versteht – ich bin für Tipps immer offen. Meine Erfahrung ist nämlich die: irgendeinen Mojito bekommt man immer, Qualität steht dabei für die Menge an Rum. Aber ein Mojito auf Hotelbar-Niveau kam mir bisher nur ganz selten unter.

Mojito ToGo

Mein persönlicher Geheimtipp sind die Mojitos ToGo in der Sportsbar weiter unten am Malecón, gleich neben den Galerías de Paseo (ich hoffe, dort ist inzwischen wieder offen, nach Hurrikan Irma waren sie länger geschlossen…). Dort bekommt ihr einen guten Mojito in einer praktischen ToGo-Variante für 3 oder 3,50 CUC, kann mich nicht mehr genau erinnern… 😉 Auf jeden Fall seid ihr mit dem Mojito ToGo der Star auf dem Malecón, die anderen werden euch beneiden 😉

Dann stoße ich mal auf euch an,
Salud! sagt Dietmar,
leider auch nur aus Deutschland 😉

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